Home Assistant

Home Assistant auf einem Mini-PC mit Proxmox: So klappt der Einstieg

Stand: 30. Oktober 2026

Wer mit Home Assistant anfängt, landet fast automatisch beim Raspberry Pi. Das funktioniert, stößt aber schnell an Grenzen: SD-Karten gehen kaputt, der Speicher wird knapp, und für weitere Dienste ist kein Platz. Ein gebrauchter Mini-PC kostet kaum mehr und löst diese Probleme auf einen Schlag.

Warum ein Mini-PC?

Business-Mini-PCs wie Lenovo ThinkCentre Tiny, HP EliteDesk Mini oder Dell OptiPlex Micro gibt es gebraucht oft zwischen 80 und 150 Euro. Sie bieten:

Raspberry Pi 5 Gebrauchter Mini-PC
Speicher SD-Karte oder NVMe-Zusatz SSD integriert
RAM 4–8 GB 8–32 GB, erweiterbar
Weitere Dienste eingeschränkt problemlos per VM
Preis inkl. Zubehör ca. 100–130 € ca. 80–150 €

Proxmox als Fundament

Statt Home Assistant direkt zu installieren, lohnt sich Proxmox VE als Unterbau. Proxmox ist eine kostenlose Virtualisierungsplattform: Auf einem Gerät laufen mehrere getrennte Systeme nebeneinander.

Ein bewährtes Setup:

  1. VM 1: Home Assistant OS – die Smart-Home-Zentrale (2 Kerne, 4–6 GB RAM, 32 GB Disk).
  2. VM 2: Ubuntu mit Docker – für Zusatzdienste wie n8n, Datenbanken oder eigene Skripte.

Der Vorteil: Experimente in der Ubuntu-VM gefährden nie die Haussteuerung. Und jede VM lässt sich einzeln sichern und wiederherstellen.

Installation in groben Schritten

  1. BIOS vorbereiten: Virtualisierung (VT-x/VT-d) aktivieren, Autostart nach Stromausfall einschalten.
  2. Proxmox installieren: ISO auf einen USB-Stick schreiben, booten, Installer durchklicken. Danach ist die Weboberfläche unter https://<IP>:8006 erreichbar.
  3. Home Assistant OS importieren: Das offizielle qcow2-Image herunterladen und als Festplatte einer neuen VM einbinden (BIOS: OVMF/UEFI, Maschinentyp q35).
  4. Feste IP vergeben: Im Router (z. B. FRITZ!Box) für Proxmox und jede VM eine feste IP reservieren.
  5. Onboarding: Home Assistant im Browser unter http://<IP>:8123 öffnen und den Assistenten durchlaufen.

Backups nicht vergessen

Das Schönste an Proxmox: Komplette VM-Backups laufen automatisch, zum Beispiel jede Nacht um 3 Uhr. Gespeichert wird idealerweise außer Haus, etwa auf einem günstigen Cloud-Speicher, der per SSHFS eingebunden ist. Eine sinnvolle Aufbewahrung sind 7 tägliche und 4 wöchentliche Sicherungen.

Fernzugriff ohne Portfreigabe

Für den Zugriff von unterwegs braucht es keine Portfreigaben am Router. Tailscale baut ein privates VPN auf, das auch hinter Mobilfunk- oder DS-Lite-Anschlüssen funktioniert. Als „Subnet Router“ auf Proxmox macht es das gesamte Heimnetz erreichbar.

Fazit

Ein Mini-PC mit Proxmox ist für kaum mehr Geld deutlich robuster und flexibler als ein Raspberry Pi. Wer Home Assistant ernsthaft nutzen und später Automationen oder KI-Dienste ergänzen will, spart sich mit diesem Setup einen späteren Umzug.